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Link in Bio: Sichere Landingpages für Creator

Link in Bio für OnlyFans: Was Linktree, Beacons und die eigene Website erlauben, welche Plattformregeln gelten und wann Tracking eine Einwilligung braucht.

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Titelgrafik in Petrol und Cyan mit dem Schriftzug Link in Bio: Sichere Landingpages für Creator

Kurz gesagt: Eine Link-in-Bio-Seite bündelt deine Kanäle an einer Adresse. Linktree und Beacons erlauben Links zu Erwachsenenangeboten, wenn sie als sensibel markiert sind, die Seite selbst muss aber jugendfrei bleiben. Wer Tracking-Pixel oder Analyse-Cookies einbindet, braucht nach § 25 TDDDG in der Regel eine Einwilligung der Besucher.

Auf Instagram, TikTok oder X hast du meistens nur einen Link im Profil. Eine Link-in-Bio-Seite macht daraus eine kleine Startseite: alle Kanäle, dein Impressum, vielleicht ein kurzer Text über dich. Klingt simpel. In der Praxis entscheidet diese Seite aber mit darüber, ob dein Social-Media-Profil Ärger mit den Plattformregeln bekommt und ob du datenschutzrechtlich sauber dastehst.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was die gängigen Tools erlauben (Stand Oktober 2026), welche Regeln Instagram, TikTok und X für Links haben und wann Tracking eine Einwilligung braucht. Wir empfehlen dabei kein bestimmtes Tool und haben mit keinem Anbieter eine Partnerschaft.

Für drei Dinge. Erstens bündelt sie deine Kanäle, sodass Fans dich überall finden. Zweitens trennt sie dein Social-Media-Profil von deinem Bezahlangebot: Der Link im Profil führt nicht direkt auf ein Erwachsenenangebot, sondern auf eine neutrale Seite. Drittens kann sie dein Impressum aufnehmen, das bei geschäftlich genutzten Profilen in Deutschland meistens Pflicht ist.

Eine Link-in-Bio-Seite ist aber kein Versteck. Wenn eine Plattform Links auf bestimmte Angebote nicht erlaubt, ändert eine Zwischenseite daran nichts. Dazu gleich mehr.

Was erlauben Linktree, Beacons und andere Tools?

Die Anbieter unterscheiden sich weniger im Design als in ihren Regeln für Erwachseneninhalte. Wir haben die Nutzungsbedingungen von vier Diensten gelesen. Die Übersicht zeigt, was dort steht, nicht, welches Tool „besser“ ist.

ToolLinks zu ErwachsenenangebotenErwachseneninhalte auf der Seite selbstBezahlfunktionen für Erwachseneninhalte
LinktreeErlaubt, wenn legal in deiner Region, als sensibel markiert und ohne Werbung für Sexarbeit mit KundenkontaktVerboten, auch in Avatar, Vorschaubildern, Hintergrund oder eingebetteten FeedsVerboten, keine Zahlungen oder Spenden für Erwachseneninhalte
BeaconsErlaubt mit aktiviertem Hinweis auf sensible Inhalte, verlinkte Angebote müssen legal seinDie Seite selbst muss für alle Altersgruppen geeignet seinVerkauf von NSFW-Inhalten und Abos für Erwachsenenseiten über Beacons verboten
AllMyLinksLinks nicht ausdrücklich verboten, aber keine Monetarisierung von Links zu ErwachsenenangebotenKeine sexuell expliziten Inhalte im ProfilMonetarisierung solcher Links verboten
CarrdNicht ausdrücklich geregelt, Stand prüfenPornografische Inhalte in Nutzerinhalten verbotenNicht ausdrücklich geregelt

Stand der Bedingungen: Linktree gültig ab 9. April 2025, Beacons vom 22. November 2025, Carrd vom 2. Oktober 2026. AllMyLinks nennt auf der Seite kein Datum.

Drei Dinge fallen auf. Alle Anbieter wollen, dass die Seite selbst jugendfrei bleibt. Wer dort freizügige Vorschaubilder oder Videos einbindet, riskiert die Sperre. Bei Linktree reicht übrigens schon ein eingebetteter Social-Media-Feed, der Erwachseneninhalte anzeigt. Keiner der Dienste möchte außerdem, dass du Erwachseneninhalte über seine eigenen Shop- oder Bezahlfunktionen verkaufst. Und: Linktree weist darauf hin, dass das Label für sensible Inhalte beim Hinzufügen eines Links teilweise automatisch gesetzt wird. Prüfe nach dem Einrichten, ob alle passenden Links markiert sind.

Und die eigene Website?

Eine eigene Domain mit einer schlichten Linkseite gibt dir die meiste Kontrolle. Du hängst nicht von den Regeln eines Link-Dienstes ab, und deine Adresse bleibt gleich, auch wenn du das Tool wechselst. Dafür bist du für alles selbst verantwortlich: Impressum, Datenschutzerklärung, Technik und die Nutzungsbedingungen deines Hosters. Auch Hoster und Baukästen haben Regeln für Erwachseneninhalte. Lies sie, bevor du dich festlegst.

Ein Zwischenweg: Viele Tools erlauben eine eigene Domain. Dann bleibt deine Adresse stabil, auch wenn du später umziehst.

Der Link-Dienst ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, was die Plattform erlaubt, auf der dein Profil liegt.

Instagram und Facebook

Meta regelt das in den Community Standards zu „Adult Sexual Solicitation“. Dort steht eine wichtige Unterscheidung. Inhalte mit Nutzernamen, Links oder Logos von Abo-Seiten für Erwachsene werden auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt, sind also nicht pauschal verboten. Nicht erlaubt sind dagegen Inhalte, die pornografisches Material anbieten oder Kontaktwege dafür nennen, und Links zu pornografischen Websites.

Für dich heißt das: Ein Link auf eine neutrale Landingpage, die dein Angebot sachlich nennt, ist etwas anderes als eine Bio, die explizit Inhalte anpreist. Formulierungen mit Preisen für Bilder oder Chats in Kombination mit sexuellen Andeutungen fallen schnell unter das Verbot. Mehr dazu in unserem Artikel zu Instagram für Creator.

TikTok

TikTok ist strenger. Die Community Guidelines (gültig ab 24. September 2026) verbieten es, den Zugang zu sexuellen Dienstleistungen zu vermitteln, ausdrücklich auch das Anbieten von sexuellen Chats, Bildern oder Pornografie. Wie du TikTok trotzdem sinnvoll für deine Marke nutzt, steht im Artikel TikTok als Traffic-Quelle für Creator.

X

X erlaubt markierte Erwachseneninhalte und damit auch Links auf entsprechende Angebote. Die Authentizitätsrichtlinie (Stand April 2025) nennt aber eine Regel, die direkt mit Links zu tun hat: Verboten ist, Links so zu ändern, dass die Zielseite sich inhaltlich oder in der Adresse deutlich verändert. Eine Linkseite, deren Ziel nachträglich ausgetauscht wird, um eine Prüfung zu umgehen, ist also keine gute Idee. Die übrigen X-Regeln findest du in X (Twitter) für Creator nutzen.

Warum Tricks keine Lösung sind

In Creator-Foren kursieren Tipps, wie man Links „versteckt“: wechselnde Weiterleitungen, Seiten, die Plattform-Prüfern etwas anderes zeigen als Besuchern, oder umgeschriebene Adressen. Wir raten davon ab. Solche Umgehungen verstoßen gegen die Regeln der Plattformen. Und wenn sie auffallen, ist meist nicht nur der Link weg, sondern der ganze Account. Eine Seite, die du jedem Moderator zeigen könntest, ist auf lange Sicht die sichere Wahl.

Wie baust du eine sichere Landingpage auf?

„Sicher“ heißt hier zweierlei: regelkonform und gut für deine Privatsphäre.

So kann der Aufbau aussehen:

  1. Ein neutrales Profilbild, das du auch auf Instagram zeigen könntest.
  2. Ein kurzer Text in deiner eigenen Sprache, ohne explizite Formulierungen.
  3. Deine Kanäle, sortiert nach Wichtigkeit. Erwachsenenangebote mit Sensibel-Markierung.
  4. Ein Link auf Impressum und Datenschutzerklärung, klar beschriftet.

Für die Privatsphäre gilt: Nutze für das Konto beim Link-Dienst eine eigene E-Mail-Adresse und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentisierung. Ein übernommenes Linkkonto ist gefährlich, weil Angreifer deine Links unbemerkt auf eigene Seiten umbiegen können. Wie du Konten absicherst, liest du in Account-Sicherheit: 2FA, Passwörter und Phishing.

Wohin gehört das Impressum?

Wenn dein Profil und deine Landingpage für dein Bezahlangebot werben, gilt in Deutschland in aller Regel die Impressumspflicht nach § 5 DDG. Die Angaben müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Die Landingpage ist dafür ein guter Ort. Ein Link mit der Beschriftung „Impressum“ genügt, wenn er auf eine Seite mit deinen vollständigen Angaben führt. Wie du dabei deine Wohnadresse schützt, erklären wir in Anonym bleiben als Creator.

Wann braucht Tracking eine Einwilligung?

Viele Link-Tools bieten Klickstatistiken an, manche auch die Einbindung von Tracking-Pixeln oder Analyse-Diensten. Hier wird es rechtlich interessant.

§ 25 TDDDG regelt, wann Informationen auf dem Gerät eines Besuchers gespeichert oder von dort ausgelesen werden dürfen, etwa über Cookies. Die Grundregel lautet: nur mit Einwilligung, auf Basis klarer und umfassender Informationen. Ausnahmen gibt es nur, wenn der Zugriff für die Übertragung einer Nachricht nötig ist oder unbedingt erforderlich, damit ein ausdrücklich gewünschter Dienst funktioniert. Laut Orientierungshilfe der Datenschutzaufsichtsbehörden (Version 1.2, November 2024) kommt es dafür nicht darauf an, ob personenbezogene Daten im Spiel sind.

Was das praktisch bedeutet:

TechnikEinwilligung nötig?
Reine Linkliste ohne Cookies oder Skripte von DrittanbieternIn der Regel nein
Zählen von Seitenaufrufen über Server-Logs, ohne Speichern oder Auslesen auf dem Gerät§ 25 TDDDG greift dann nicht, die DSGVO gilt trotzdem, Einzelfall prüfen
Analyse-Dienste von Drittanbietern mit Cookies oder ähnlicher TechnikIn der Regel ja
Werbe- und Tracking-Pixel, z. B. von sozialen NetzwerkenJa

Die Aufsichtsbehörden betonen, dass es keinen Freibrief für „Reichweitenmessung“ gibt. Ob eine bestimmte Messung ohne Einwilligung zulässig ist, lässt sich nur für eine genau definierte Konfiguration beurteilen.

Was gehört zu einem korrekten Einwilligungsbanner?

Wenn du eine Einwilligung brauchst, muss der Banner fair gestaltet sein. Nach der Orientierungshilfe dürfen einwilligungsbedürftige Skripte erst laden, wenn Besucher aktiv zugestimmt haben. Impressum und Datenschutzerklärung müssen trotz Banner erreichbar bleiben. Und die Möglichkeit abzulehnen muss als solche klar erkennbar sein. Ein versteckter oder kaum lesbarer Ablehnen-Link reicht nicht.

Ob dein Link-Tool so einen Banner überhaupt anbietet, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Stand prüfen, bevor du Pixel einbindest.

Und die Datenschutzerklärung?

Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, etwa IP-Adressen beim Seitenaufruf oder E-Mail-Adressen in einem Newsletter-Formular, musst du die Besucher nach Art. 13 DSGVO informieren. Verarbeitet der Link-Dienst Daten in deinem Auftrag, ist nach Art. 28 DSGVO ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig. Viele Anbieter stellen den in ihren Unterlagen bereit. Für Details lohnt sich eine kurze Prüfung durch eine Fachperson.

Ein einfacher Grundsatz hilft: Je weniger Technik du einbindest, desto weniger musst du erklären und absichern. Für die meisten Creator reichen die Klickzahlen, die das Tool ohnehin anzeigt. Welche Kennzahlen wirklich zählen, erklären wir in Kennzahlen verstehen.

  • Nutzungsbedingungen des Link-Dienstes zu Erwachseneninhalten gelesen
  • Profilbild, Hintergrund und Vorschaubilder jugendfrei
  • Keine eingebetteten Feeds mit Erwachseneninhalten
  • Links zu Erwachsenenangeboten als sensibel markiert
  • Bio-Texte ohne explizite Formulierungen und ohne Preise für sexuelle Inhalte
  • Keine Weiterleitungstricks und keine nachträglich ausgetauschten Linkziele
  • Impressum und Datenschutzerklärung verlinkt
  • Tracking-Pixel nur mit Einwilligungsbanner, sonst weglassen
  • Eigene E-Mail-Adresse und 2FA beim Link-Dienst

Fazit

Die beste Link-in-Bio-Seite ist unspektakulär: jugendfrei, ehrlich beschriftet, mit Impressum und ohne unnötiges Tracking. Welches Tool du dafür nutzt, ist zweitrangig, solange du seine Regeln und die der Plattform kennst, auf der dein Profil liegt. Wenn du dir bei Aufbau und Pflege deiner Kanäle Unterstützung wünschst, erzähl uns in einer unverbindlichen Bewerbung von dir.

Häufige Fragen

Darf ich bei Linktree auf OnlyFans verlinken?

Laut den Community Standards von Linktree (gültig ab 9. April 2025) sind Links zu Erwachseneninhalten erlaubt, wenn sie in deiner Region legal sind und als sensibel markiert werden. Erwachsenenbilder dürfen aber nicht auf der Linktree-Seite selbst hochgeladen werden.

Darf ich auf Instagram einen Link zu meinem Abo-Profil setzen?

Meta beschränkt Inhalte mit Nutzernamen, Links oder Logos von Abo-Seiten für Erwachsene laut Community Standards auf Nutzer ab 18 Jahren. Links zu pornografischen Websites und das Anbieten pornografischen Materials sind dagegen nicht erlaubt.

Brauche ich auf meiner Link-in-Bio-Seite einen Cookie-Banner?

Nur, wenn Informationen auf dem Gerät der Besucher gespeichert oder ausgelesen werden, die nicht unbedingt erforderlich sind, etwa durch Tracking-Pixel oder Analyse-Cookies. Eine reine Linkliste ohne solche Technik braucht nach § 25 TDDDG keine Einwilligung.

Muss meine Link-in-Bio-Seite ein Impressum haben?

Wenn die Seite geschäftsmäßig für dein Angebot wirbt, gilt in Deutschland die Impressumspflicht nach § 5 DDG. Ein klar beschrifteter Link auf deine Impressumsseite reicht, wenn er leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar ist.

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