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Erstgespräch mit einer Agentur: Ablauf & Vorbereitung

OnlyFans Agentur Erstgespräch: Welche Kennzahlen du vorbereitest, welche Grenzen du vorher klärst, was du nicht herausgibst und warum Bedenkzeit dein Recht ist.

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Titelgrafik in Petrol und Cyan mit dem Schriftzug „Erstgespräch mit einer Agentur“ und einem Symbol für zwei Sprechblasen

Kurz gesagt: Für ein gutes Erstgespräch mit einer OnlyFans-Agentur brauchst du drei Dinge: klare Ziele, ein paar ehrliche Kennzahlen deines Accounts und eine schriftliche Liste deiner Grenzen. Passwörter, Ausweis und Kontodaten gibst du im Erstgespräch nicht heraus. Unterschrieben wird danach, mit Bedenkzeit, denn ein gesetzliches Widerrufsrecht hast du als Unternehmerin in der Regel nicht.

Das erste Gespräch mit einer Agentur fühlt sich oft wie ein Bewerbungsgespräch an. Dabei ist es eher das Gegenteil: Du prüfst, ob jemand gut genug ist, um mit deinem Account, deinen Einnahmen und deinem Namen zu arbeiten. Die Agentur prüft natürlich auch dich. Aber die wichtigere Entscheidung triffst du.

Woran du seriöse Anbieter grundsätzlich erkennst, steht in unserer Checkliste Die richtige OnlyFans-Agentur finden. Hier geht es um das Gespräch selbst: was du vorher klärst, was du mitbringst, was du lieber für dich behältst und wie du danach entscheidest.

Was soll ein Erstgespräch eigentlich leisten?

Nach einer guten halben Stunde solltest du zwei Fragen beantworten können. Versteht diese Agentur, wo ich stehe und wo ich hinwill? Und verstehe ich, wie sie konkret arbeiten würde, wer was macht und was es mich kostet?

Wenn du nach dem Gespräch vor allem Begeisterung spürst, aber keine dieser Fragen beantworten kannst, war es ein Verkaufsgespräch. Das ist kein Drama. Es heißt nur, dass du noch einmal nachfragen musst.

Wie bereitest du dich vor?

Plane dafür ruhig eine Stunde ein, am besten ein paar Tage vor dem Termin. Die Vorbereitung hat drei Teile, und der dritte ist der wichtigste.

Ziele aufschreiben

Schreib in zwei, drei Sätzen auf, warum du überhaupt mit einer Agentur sprichst. Mehr Umsatz ist ein legitimes Ziel, aber selten das einzige. Vielleicht willst du weniger Zeit im Chat verbringen, endlich einen festen Rhythmus haben oder eine zweite Plattform aufbauen. Je genauer du das formulierst, desto besser kannst du später beurteilen, ob die Vorschläge der Agentur dazu passen.

Kennzahlen zusammenstellen

Eine Agentur kann dich nur einschätzen, wenn sie ungefähr weiß, wo dein Account steht. Du musst dafür keine Tabellenkalkulation bauen. Diese Werte reichen meist:

KennzahlWarum sie zählt
Umsatz der letzten drei bis sechs Monatezeigt Niveau und Trend
Brutto oder nettoOnlyFans behält laut Nutzungsbedingungen 20 % jeder Fan-Zahlung als Gebühr ein
Aktive AbonnentenGrundlage für jede Prognose
Anteil Abo, Nachrichten, Trinkgeldzeigt, wo Potenzial liegt
Verlängerungsratesagt viel über Bindung
Wochenstunden für Chat, Content, Promotionzeigt, wo Entlastung am meisten bringt
Traffic-Quellenwoher neue Fans kommen

Sag dazu, ob du von Brutto- oder Nettozahlen sprichst. Sonst rechnet ihr aneinander vorbei, und genau dieser Unterschied wird später bei der Provision wichtig. Wie du die Werte berechnest, erklärt Kennzahlen verstehen: Die wichtigsten Creator-Statistiken.

Du entscheidest selbst, wie genau du wirst. Gerundete Werte oder Spannen reichen fürs erste Gespräch völlig.

Grenzen festlegen

Das ist der Teil, den viele überspringen, und der später am meisten Ärger erspart. Schreib auf, was für dich nicht verhandelbar ist, bevor dir jemand Vorschläge macht. Im Gespräch selbst, mit freundlichen Menschen und guten Argumenten, verschieben sich Grenzen leicht.

Gute Fragen an dich selbst:

  • Welche Inhalte machst du nicht, auch nicht gegen viel Geld?
  • Darf jemand anderes in deinem Namen mit Fans schreiben? Wenn ja, in welchem Ton, und was ist tabu?
  • Wie anonym willst du bleiben? Gesicht, Stimme, Stadt, Hintergrund in Videos.
  • Wie viele Stunden pro Woche willst du maximal arbeiten, und wann bist du nicht erreichbar?
  • Auf welchen Plattformen willst du auf keinen Fall auftauchen?

Wenn Anonymität für dich ein großes Thema ist, lies vorab Anonym bleiben als Creator. Und wenn du merkst, dass dich der Job jetzt schon an deine Grenzen bringt, hilft Grenzen setzen und Burnout vermeiden.

Was gibst du im Erstgespräch nicht heraus?

Kurze Antwort: alles, womit jemand auf deinen Account, dein Geld oder deine Identität zugreifen könnte.

Dein Passwort braucht niemand, um dich kennenzulernen. OnlyFans stellt in den Nutzungsbedingungen klar, dass die Vertragsbeziehung mit dir besteht und nicht mit Dritten, und übernimmt keine Haftung für kompromittierte Accounts oder daraus folgende unbefugte Auszahlungen. Ein Zugriff vor jedem Vertrag ist also immer dein Risiko.

Bei Ausweisdokumenten ist das Gesetz eindeutig: Nach § 20 Abs. 2 PAuswG darf ein Personalausweis nur von der Inhaberin selbst oder mit ihrer Zustimmung kopiert werden, die Kopie muss als Kopie erkennbar sein, und andere dürfen sie nicht an Dritte weitergeben. Ob und wofür eine Agentur später überhaupt eine Kopie braucht, klärt ihr nach der Vertragsentscheidung.

Auch Kontodaten, unveröffentlichter Content und Screenshots mit Namen von Fans haben im ersten Termin nichts verloren. Wenn du Statistiken zeigst, schneide oder schwärze alles, was einzelne Personen erkennbar macht.

Wie läuft ein Erstgespräch typischerweise ab?

Jede Agentur macht es ein wenig anders. Meist findet das Gespräch per Video oder Telefon statt, und die Phasen ähneln sich:

  1. Kennenlernen: Wer sitzt dir gegenüber, in welcher Rolle?
  2. Deine Situation: Ziele, Zahlen, Grenzen. Hier bist du mit deiner Vorbereitung im Vorteil.
  3. Vorschlag der Agentur: Was würde sie konkret anders machen?
  4. Konditionen: Provision, Laufzeit, Leistungsumfang.
  5. Nächste Schritte: Vertrag zum Lesen, Bedenkzeit, Ansprechpartner.

Achte darauf, wie viel Raum Punkt zwei bekommt. Eine Agentur, die zwanzig Minuten über sich selbst redet und dir zwei Fragen stellt, weiß hinterher wenig über dich.

Welche Fragen bringen dich wirklich weiter?

Die zwölf Grundfragen aus unserer Agentur-Checkliste solltest du dabei haben. Spannender sind oft die Nachfragen, weil vorbereitete Antworten dort aufhören. Ein paar Beispiele:

  • „Wie sähe eine normale Woche mit meinem Account aus, wenn wir zusammenarbeiten?“
  • „Wer genau schreibt mit meinen Fans, und wie lernt diese Person meine Grenzen kennen?“
  • „Was passiert, wenn ich einen Vorschlag ablehne?“
  • „Kannst du mir eine anonymisierte Beispielabrechnung zeigen?“
  • „Wie läuft es, wenn einer von uns die Zusammenarbeit beenden will?“

Die letzte Frage ist besonders aufschlussreich. Wie ein Ausstieg sauber funktioniert, beschreiben wir in Agentur wechseln oder kündigen. Vergleiche die Antwort mit dem, was dort steht.

So erkennst du, ob eine Antwort etwas taugt:

Eher gute AntwortEher schwache Antwort
nennt Personen, Rollen und Abläufe„Wir haben ein starkes Team“
spricht von Spannen und Annahmennennt feste Summen oder Garantien
fragt zurück, was dir wichtig istwischt Bedenken weg
bietet den Vertrag zum Mitnehmen andrängt auf eine Entscheidung im Gespräch

Prüf außerdem, mit wem du es zu tun hast. Den Firmennamen aus dem Impressum kannst du seit dem 1. August 2022 kostenfrei über das Länderportal handelsregister.de nachschlagen, sofern die Firma eingetragen ist. Und frag ruhig, ob die Person im Gespräch später auch deine Ansprechperson ist. Wer bei uns arbeitet, steht übrigens auf der Team-Seite.

Darfst du das Gespräch aufnehmen?

Nicht heimlich. Nach § 201 StGB macht sich strafbar, wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufnimmt. Wenn du eine Aufnahme möchtest, frag vorher und lass dir die Zustimmung geben.

Einfacher sind Notizen. Schreib direkt nach dem Gespräch auf, was zu Provision, Laufzeit, Zugängen und Ansprechpartnern gesagt wurde. Und bitte die Agentur, dir die wichtigsten Punkte noch einmal per E-Mail zu bestätigen. Was schriftlich bestätigt ist, lässt sich später mit dem Vertrag vergleichen.

Warum ist Bedenkzeit so wichtig?

Viele gehen davon aus, dass sie einen online geschlossenen Vertrag 14 Tage lang widerrufen können. Dieses Recht aus § 312g BGB und § 355 BGB gilt aber für Verbraucher. Verbraucher ist nach § 13 BGB, wer einen Vertrag überwiegend zu privaten Zwecken schließt. Wer den Agenturvertrag für die eigene gewerbliche oder selbständige Tätigkeit abschließt, handelt nach § 14 BGB in der Regel als Unternehmerin. Ein gesetzliches Widerrufsrecht hast du dann nicht, außer die Agentur räumt es dir freiwillig im Vertrag ein.

Das heißt: Die Bedenkzeit musst du dir vorher nehmen. Lass dir den vollständigen Vertrag zuschicken, lies ihn in Ruhe und lass ihn bei Unsicherheit prüfen. Welche Klauseln besonders zählen, steht in Der Agenturvertrag: Diese Klauseln solltest du prüfen, und welche Provisionsmodelle es gibt, in Was kostet eine Agentur?.

Eine Woche ist ein vernünftiger Zeitraum. Wer dir sagt, das Angebot gelte nur heute, will verhindern, dass du nachdenkst.

Wie entscheidest du nach dem Gespräch?

Leg deine Notizen neben deine Ziele und deine Grenzen. Passt der Vorschlag zu dem, was du wolltest, oder zu dem, was die Agentur gut verkaufen kann? Wenn du mit mehreren Agenturen sprichst, vergleiche nicht nur die Provision, sondern auch Leistungsumfang, Laufzeit und das Gefühl, ernst genommen worden zu sein.

Sprich mit einer Person, der du vertraust, bevor du unterschreibst. Oft merkt man erst beim Erzählen, was einen gestört hat.

Fazit

Ein Erstgespräch ist dann gut, wenn du danach mehr weißt als vorher und dich zu nichts gedrängt fühlst. Mit Zielen, ein paar Kennzahlen und deinen Grenzen auf Papier führst du das Gespräch auf Augenhöhe. Wenn du dich mit uns unterhalten möchtest, kannst du dich hier unverbindlich bewerben und deine Fragen gleich mitbringen.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen brauche ich für das Erstgespräch mit einer Agentur?

Eine kurze Übersicht deiner Kennzahlen (Umsatz, aktive Abonnenten, Anteil der Einnahmearten, Zeitaufwand), deine Ziele und eine Liste deiner Grenzen. Verträge, Passwörter oder Ausweiskopien gehören nicht in ein Erstgespräch.

Muss ich nach dem Erstgespräch sofort unterschreiben?

Nein. Ein Erstgespräch verpflichtet dich zu nichts. Lass dir den Vertrag vollständig zuschicken und nimm dir mehrere Tage Zeit, ihn zu lesen oder prüfen zu lassen.

Habe ich bei einem Agenturvertrag ein Widerrufsrecht von 14 Tagen?

Das gesetzliche Widerrufsrecht nach § 312g BGB steht Verbrauchern zu. Schließt du den Vertrag für deine selbständige Tätigkeit als Creator, handelst du in der Regel als Unternehmerin und hast dieses Recht nicht, außer es ist vertraglich vereinbart.

Darf ich das Erstgespräch aufnehmen?

Nur mit ausdrücklicher Zustimmung aller Beteiligten. Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufnimmt, macht sich nach § 201 StGB strafbar. Schriftliche Notizen sind die einfachere Lösung.

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